Inklusion ist bei Rock in Rautheim nicht nur ein Schlagwort, sondern wird hier gelebt.
Bereits zum zweiten Mal in Folge war das Rock in Rautheim Festival mit rund 3500 Besuchern pro Tag restlos ausverkauft und verwandelte das Gelände am 08. und 09. Mai 2026 in ein Zentrum für Power-, Symphonic- und Folk-Metal Fans aus ganz Deutschland.
Den Auftakt des ersten Festivaltages übernahmen Terra Atlantica, die mit ihrem melodischen Power Metal früh für beste Stimmung sorgten und das Publikum direkt auf Betriebstemperatur brachten. Im Anschluss betraten die Italiener von Moonlight Haze die Bühne. Besonders gespannt warteten viele Fans auf die Live-Premiere ihrer kürzlich erschienenen Single „Shine“, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde und eindrucksvoll zeigte, warum sich die Band in den vergangenen Jahren einen festen Platz in der europäischen Symphonic-Metal-Szene erspielt hat.
Mit Grailknights wurde es anschließend deutlich humorvoller und energiegeladener. Die Superhelden des Metals lieferten eine gewohnt mitreißende Show voller Interaktion und Hymnen zum Mitsingen. Danach folgte mit Edge of Paradise eine der international spannendsten modernen Metalbands der Gegenwart. Die aktuell gemeinsam mit Visions of Atlantis tourende Formation überzeugte mit druckvollem Sound und charismatischer Bühnenpräsenz. Mit Riot V folgten die Pioniere des Powermetal welche das Publikum durch einen Abriss 50 Jahre Bandgeschichte führte.
Den Abschluss des ersten Tages bildeten zunächst eben jene Visions of Atlantis, die mit ihrem cineastischen Symphonic Metal und maritimen Konzept für epische Atmosphäre sorgten. Als Headliner setzten schließlich Orden Ogan den Schlusspunkt unter einen starken ersten Festivalabend. Mit einer Mischung aus hymnischen Refrains, harten Riffs und perfekt abgestimmter Lichtshow bewiesen sie einmal mehr ihre Klasse als Headliner.
Traditionell begann der zweite Festivaltag mit einer inklusiven Band. In diesem Jahr eröffnete MH:LK EXPERIENCE das Programm. Hinter dem ungewöhnlichen Namen verbergen sich die Initialen der Bandgründer Michel Holzen und Leo Kuchmetzki, die gemeinsam mit ihren Vätern – daher der Zusatz „Experience“ – auf der Bühne stehen. Die Band zeigte eindrucksvoll, wie selbstverständlich Inklusion im Rahmen des Festivals gelebt wird und erhielt dafür großen Applaus.
Ebenfalls zur Tradition des Festivals gehört der Auftritt einer regionalen Band aus dem Raum Braunschweig am frühen Nachmittag. Diese Rolle übernahm diesmal STEREO START, die mit viel Spielfreude und Heimvorteil das Publikum begeisterten.
Im weiteren Verlauf des Tages sorgten Victorius mit ihrer humorvollen Mischung aus Power Metal und Fantasy-Themen für ausgelassene Stimmung, bevor Eleine das Publikum mit düsteren Melodien und kraftvollen Vocals in ihren Bann zogen und auch haben ein Live-Debüt im Gepäck, mit „Empire of Lies“, welche einen Tag zuvor als Single erschienen war. Anschließend lieferten Firewind um Gitarrist Gus G. eine technisch beeindruckende Performance voller virtuoser Gitarrensoli und klassischer Metal-Hymnen.
Mit Burning Witches wurde es danach noch einmal besonders energiegeladen. Die Schweizerinnen überzeugten mit kompromisslosem Heavy Metal und großer Bühnenpräsenz. Danach übernahmen Feuerschwanz die Bühne und verwandelten das Festivalgelände endgültig in eine riesige Party. Zwischen Dudelsack, Pyrotechnik und Mitsing-Refrains feierte das Publikum ausgelassen bis spät in den Abend.
Bevor die letzte Band mit „Feuer“ im Namen die Bühne betrat, wurde es jedoch noch einmal emotional. Veranstalter Marco Spiller holte sein Team auf die Bühne und richtete einige persönliche Worte an das Publikum. Sichtlich bewegt blickte er auf die strahlenden Gesichter vor und auf der Bühne und bedankte sich bei den insgesamt 552 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die in Bereichen wie Auf- und Abbau, Catering, Sicherheit und Medien tätig waren. Besonders betonte er die Werte, für die das Festival stehe: „Liebe, Miteinander und Respekt“. Inklusion sei beim Rock in Rautheim nicht nur ein Schlagwort, sondern werde hier tatsächlich gelebt.
Damit setzt das Festival erneut ein starkes Zeichen dafür, dass ein Metal-Festival weit mehr sein kann als nur Musik: nämlich ein Ort der Gemeinschaft, Offenheit und Leidenschaft.
Und auch das Line Up für das kommende Jahr mit u.a. Doro, Beyond the Black, Lordi und Rage lässt nicht nur unsere Vorfreude für 2027 bereits riesig sein, denn 50% der Tickets für Rock in Rautheim sind bereits verkauft.