Hitzeschlacht in Weselberg: Metalheads feiern 9. Sicking High Rock

Hitzeschlacht in Weselberg: Metalheads feiern 9. Sicking High Rock
Blackrain - 27.06.2026 Sicking High Rock

40 Grad, kein Wölkchen am Himmel. Trotzdem füllt sich das Gelände des Musikvereins Laetitia Weselberg, als am 27. Juni 2026 zum neunten Mal das Sicking High Rock startet. Unter dem Motto „Metal verbindet“ ist das Festival Tage vorher ausverkauft, limitiert wie immer auf 666 Tickets. Auf der Bühne: Rock meets Brass als Opener, Mike Gerhold, Snakebite, Mädhouse, Scarlet Anger, Overdrivers und Headliner Blackrain. Wegen der Hitze verschiebt sich der Start um eine Stunde auf 15 Uhr, denn Skull & Crossbones sagen krankheitsbedingt kurzfristig ab.

Man kennt sich hier. Besucher begrüßen sich, teilen Bier und Erinnerungen. Ein Euro pro Ticket geht traditionell an einen guten Zweck. Rock meets Brass, das Jugendorchester des Musikvereins, eröffnet mit rockigen Klassikern im Bläsergewand. „Der Tag wird sicherlich der Burner“, ruft ein Vereinsmitglied ins Mikrofon und bedankt sich bei den Unterstützern, vor allem bei Luly. https://sites.google.com/view/mikegerhold folgt solo mit der Zwölfsaitergitarre: „Nothing Else Matters“, „Turn the Page“, „Zombie“ – handgemachter Rock, bevor es lauter wird.

Snakebite eröffnen den Metal-Teil des Tages, klassischer Heavy Metal aus Nordrhein-Westfalen. Die Band veröffentlichte 2015 ihre Debüt-LP „Princess of Pain“, 2018 folgte „Rise of the Snake“ mit Singles wie „Two Desperate Hearts“ und „Run Fast“. „Wir haben schon vor zehn Jahren viel von diesem Festival gehört. Jetzt sind wir endlich hier“, sagt der Sänger und legt nach: „Bringen wir den Platz zum Kochen.“ Zwischen den eigenen Songs steckt ein Cover von „Take Me Home“. Das Gelände ist noch nicht voll, aber vor der Bühne wird schon getanzt.

Mädhouse aus Wien bringen Hair-Metal-Sound der Achtziger in die Südwestpfalz. Danach Scarlet Anger: Sänger Joe Block und Gitarrist Fred Molitor spielen Thrash Metal, mit Alben wie „Dark Reign“, „Freak Show“ und „Martyr“ waren sie schon beim Durbuy Rock Festival in Belgien zu Gast. In Weselberg füllt sich vor der Bühne der Platz. Overdrivers aus Béthune übernehmen in der Dämmerung – ein Quartett, das sich selbst als „die französischste aller australischen Bands“ bezeichnet und damit auf AC/DC verweist. Ihr Hardrock hält die Stimmung oben, während das Thermometer Richtung 30 Grad sinkt.

Zwischen den Sets: eine Biergarten-Party für 666 Metalheads. Zelte, Bierbänke, Currywurst, dazwischen spielende Kinder. Dann geht Luly ans Mikrofon und kündigt den Headliner an. Blackrain aus Annecy, gegründet in den 2000ern, orientiert an Mötley Crüe und Guns N’ Roses, bringen ihr neues Album „Orphans of the Light“ mit. Sänger und Gitarrist Swan Hellion baut zwischen die eigenen Songs ein Cover von Twisted Sisters „We’re Not Gonna Take It“ – an diesem Tag eine klare Ansage an die Sonne. Straffe Riffs, Refrains zum Mitgrölen, kaum Leerlauf zwischen den Songs.

Am Ende gewinnen die Bands gegen die Sonne, und mit 2.000 Euro für die Kinderkrebshilfe Saar bleibt noch etwas übrig. Dank an Matthias „Luly“ Walz, Alexandra Maus, Mitveranstalter Elektro Torsten Schneider und den Musikverein Laetitia Weselberg. 2027 steht die zehnjährige Jubiläumsausgabe an – das Sicking High Rock wird wieder zur Bühne für eine Szene, die auch bei 40 Grad nicht aufgibt.

Andreas Schieler

Leitung, Redakteur und Fotograf