Ohne Hose und gut gelaunt: Limp Bizkit zünden Hitfeuerwerk in Saarbrücken

Fred Durst von Limp Bizkit in Saarbrücken

Der Open Air Konzertsommer in Saarbrücken hat es wieder mal ordentlich krachen lassen. Nachdem nur zwei Tage zuvor Steel Panther (hier unser Bericht) auf dem Vorplatz der Congresshalle die Puppen haben tanzen lassen, sind am 13.07.2019 Limp Bizkit bei der Konzertreihe am Start. Die Nu-Metal-Band aus Florida um Fred Durst und Wes Borland präsentierten ein buntes Potpourri ihrer Hits, die bei sommerlichen Temperaturen ein mächtiges Stimmungsfeuerwerk gezündet haben.

Seit dem Einlass um 17 Uhr hält sich das Gerücht, dass die früh angereisten Fans noch in den Genuss einer Vorband kommen, was mit dem Blick auf das Bühnenset aber fraglich erscheint. Denn dort stehen schon die Turntables von DJ Lethal und John Ottos Schlagzeug. Spätestens um 20 Uhr ist dann allen klar, Limp Bizkit legen ohne Vorband los. “While we are on stage, the beer is free”, so die Ansage von Fred Durst nach dem Opener “Gold Cobra”. Lässig mit Sonnenhut begrüßt der Sänger die Menge auf dem komplett gefüllten Vorplatz sowie “everybody on the sidewalk with the free tickets”, von wo man abseits der Geländeabsperrung einen Blick auf die Bühne erhaschen kann. In den ersten Reihen tobt der Mob zu “My Generation”, derweil Wes Borland brachial in die Saiten greift. Der Gitarrist ist für seine ausgefallenen Bühnenoutfits bekannt und für heute hat er sich für ein helles Steppen-Jacket sowie ein schwarz-weißes Makeup, das das komplette Gesicht bedeckt, entschieden. Für eine Hose ist wohl zu warm. Warum auch? Wenn man eine so schöne, bunte Unterhose tragen kann. Zwischen den Liedern, wie nach “Boiler” oder “Nookie”, hält Fred Durst gerne ausgiebig Smalltalk. Dabei informiert er sich z.B. über die deutschen Fans mit ihren Genussmitteln, zieht über Donald Trump her oder kommentiert die Fastfoodkette mit dem gelben M. Danach darf ein junger Fan nach oben und plötzlich ist der Vorplatz am Ausflippen. Denn aus den Boxen ertönen die ersten Töne von “Rolling”, worauf es im Publikum kein Halten mehr gibt. Im Hintergrund auf der Bühne tanzen dazu die “Ladies”, handverlesene junge Damen, die sich aufs Hüfte schwingen und Selfies machen fokussieren. Im Graben hat währenddessen die freundliche Security allerhand zu tun, um so manche Crowdsurfer wieder sicher auf den Boden zu stellen.

Limp Bizkit zeigen sich frisch, dynamisch und in bester Laune. “What do you wanna hear?”, ruft Durst nahezu als rhetorische Frage in die Menge. Mit “Break Stuff” gesellt sich ein weiterer Hit in die Playlist, der natürlich die Stimmung erneut hochkochen lässt. Und während ein großer Moshpit den ein oder anderen aus seiner Bahn wirft, beginnt die kleine Wes Borland Show. Gitarre spielend lässt sich der Musiker ohne Hose über das Publikum tragen. Kaum auf dem Podium wieder angekommen, legt er eine kleine Varietee-Einlage mit Gesang und Tanz ein – natürlich mit explizitem Blick auf die anmutige Unterwäsche. Der Vorplatz feiert sich und die Band. Textsicherheit beweist das Saarbrücker Publikum ebenfalls zum Hit “Behind Blue Eyes”, der teilweise vom Band gespielt wird. Dabei ist endlich auch mal Raum zu Durchatmen geboten. Jedoch währt die Verschnaufpause nur kurz. Mit “My Way” macht die Nu-Metal-Band energisch weiter.

Im weiteren Verlauf erweisen Limp Bizkit eine Hommage an Nirvana, eine der bedeutesten Bands in Zeiten ihrer großen Hits. Durst beginnt das Medley mit “Heart-Shaped Box”, das von Borland mit “Smells Like Teen Spirit” unter riesiger Begeisterung auf dem Vorplatz fortgesetzt wird. In Anspielung auf die Ansage zu Beginn kommt scherzend die Frage, ob alle das Freibier erhalten haben. Die Band ist heute sowohl in ihrer Liedauswahl als auch mit ihrer Bühnenpräsenz ganz nah am Publikum und weiß wie man seine Fans glücklich macht. Den Schlussakkord setzt schließlich “Take a Look Around” und nach Schweiß treibenden 90 Minuten verabschieden sich die fünf US-Amerikaner von ihren Fans, um mit den “Ladies” Backstage zu gehen.

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