Finale des 5. Burg Open Airs: Metal-Feuerwerk in Illingen

Finale des 5. Burg Open Airs: Metal-Feuerwerk in Illingen
Doro - 16.08.2025 Burg Open Air Illingen

Am dritten und letzten Tag des Burg Open Airs meinte es der Wettergott gut mit den Fans: Angenehm warme Temperaturen, Sonne und leichte Bewölkung boten am 16. August 2025 perfekte Bedingungen für ein sattes Rock- und Metal-Finale im Illinger Burghof.

Trickster’s Day eröffneten den Abend mit „Peter Pan“. Die Saarbrücker Band brachte nicht nur ihre Songs, sondern auch ein markantes Bühnenbild mit: Ein Harlekin mit Totenschädel begleitete die Show und sorgte gleich zu Beginn für die passende düstere Note. Unterstützt von einer treuen Fanbase, heizte die Band die Stimmung im Burghof schon früh ordentlich an. Danach wurde es international: Tri State Corner, ein deutsch-polnisch-griechisches Projekt, verschmolz Hardrock mit südlichen Einflüssen. Das Besondere: Die Bouzouki – traditionelles griechisches Saiteninstrument – verlieh dem Sound eine exotische Note. Sänger Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos (bekannt auch als Drummer von Rage) und sein Bruder Ioannis „Janni“ Maniatopoulos an der Bouzouki führten das Publikum durch kraftvolle, aber auch melancholische Songs.

Mit Lacrimas Profundere zog dann die Dunkelheit ein – zumindest musikalisch. Frontmann Julian Larre wirbelte im vampirhaften Look mit blutroten Augen über die Bühne, stürzte sich in den Bühnengraben und ließ sich mitten in der Menge feiern. Als er schließlich das Bühnengerüst erklomm, war klar: Diese Show lebt vom Exzess. Rage machten dort weiter, wo die Vorgänger aufhörten: kompromisslos und druckvoll. Zeit für große Ansagen blieb kaum, stattdessen ging es „uff de Bühn“ direkt mit „Under a Black Crown“ los. Die Fans dankten es mit Sprechchören und Headbangen. Klassiker wie „Don’t Fear the Winter“ oder der „Schuh des Manitu“-Hit „Straight to Hell“ sorgten für ausgelassene Stimmung. Mit der Zugabe „Higher than the Sky“ samt mächtigem Publikumschor bewiesen Rage, dass drei Musiker reichen, um eine ganze Burg erbeben zu lassen.

Ein Heimspiel folgte: Beyond the Black um Jennifer Haben. Mit nur 15 Kilometern Entfernung zum Geburtsort der Sängerin war die Nähe spürbar. Im saarländischen Dialekt begrüßte sie nache dem Opener „In the Shadows“ Freunde und Familie. Hits wie „Songs of Love and Death“ oder „When Angels Fall“ wurden vom Publikum frenetisch gefeiert. Spätestens bei „Shine and Shade“ sprang die Menge geschlossen mit, bevor „Lost in Forever“ den Auftritt unter tosendem Applaus beendete. Als schließlich Doro Pesch die Bühne bei einbrechender Dämmerung betrat, war klar: Das Grande Finale steht bevor. Mit „Time for Justice“, „I Rule the Ruins“ und „Burning the Witches“ eröffnete die Queen of Metal ein wahres Hitfeuerwerk, begleitet von Flammensäulen. Die Menge feierte, sang und reckte die Fäuste. Mit „Für Immer“ richtete Doro eine emotionale Widmung an ihre Fans, die sie liebevoll als Familie bezeichnete. Gitarrensoli von Bas Maas und Bill Hudson sowie ein mitreißendes Drumsolo von Johnny Dee setzten Glanzpunkte. Spätestens beim Judas-Priest-Cover „Breaking the Law“ und der Hymne „All We Are“ bebte der Burghof endgültig. Mit „Evil“ verabschiedeten sich Doro Pesch mit Band, während die Klänge von „Living after Midnight“ das Festival ausklingen ließen.

Das 5. Burg Open Air endete laut, energiegeladen und mit glücklichen Gesichtern – genau wie es sein sollte. Die Konzertreihe in Illingen hat sich in seinem fünften Jahr eindrucksvoll als feste Größe in der Rock- sowie Metal-Szene etabliert und mit starker Organisation, familiärer Atmosphäre und einem Line-up, das internationale Klasse mit regionalem Herzblut verbindet, überzeugt. Schon jetzt darf man gespannt sein, welche Überraschungen und Hochkaräter die sechste Ausgabe bereithalten wird.

Andreas Schieler

Leitung, Redakteur und Fotograf