Arch Enemy im Club Volta Köln – Zurück zu den Wurzeln und näher dran als je zuvor
Es gibt Konzerte, die schon im Vorfeld etwas Besonderes versprechen – und genau dazu gehörte der Auftritt von Arch Enemy am 2. August im Kölner Club Volta. Die Show war eine von nur zwei exklusiven Clubkonzerten in Deutschland im Rahmen der „Back To The Root Of All Evil“-Tour und führte die schwedischen Melodic-Death-Metal-Giganten zurück in die kleinen Clubs. Statt großer Festivalbühnen hieß es: weniger Show, mehr Musik – und genau das machte den Abend so besonders.
Die Tour markiert gleichzeitig einen Neuanfang für die Band. Nach dem überraschenden Ausstieg von Alissa White-Gluz steht nun Lauren Hart am Mikrofon. Mit der im Februar veröffentlichten Single „To The Last Breath“ gab sie bereits einen ersten Vorgeschmack auf die neue Ära – live in Köln zeigte sie eindrucksvoll, warum sie die richtige Wahl für Arch Enemy ist.
Der Name der Tour hätte dabei kaum passender sein können. Keine Vorband, keine überladene Bühnenshow, kein großes Drumherum – stattdessen fast zwei Stunden lang pures Arch Enemy. Genau so, wie viele Fans die Band vor Jahren kennengelernt haben.
Mit einer Kapazität von gerade einmal rund 450 Besuchern bot der Club Volta die perfekte Kulisse für dieses Konzept. Kein Wunder also, dass das Konzert innerhalb kürzester Zeit restlos ausverkauft war. Die Nähe zur Band sorgte für eine Atmosphäre, wie man sie bei Arch Enemy nur äußerst selten erlebt.
Kurz nach 21 Uhr ertönte „Ace of Spades“ aus den Lautsprechern – ein kurzer Moment zum Durchatmen, bevor die Band die Bühne betrat und mit voller Wucht loslegte. Lauren Hart machte vom ersten Song an klar, dass sie keine Eingewöhnungszeit braucht. Mit einer energiegeladenen Performance fegte sie über die Bühne und überzeugte sowohl stimmlich als auch mit ihrer Bühnenpräsenz.
Auch die Setlist ließ kaum Wünsche offen. Neben der neuen Single „To The Last Breath“ standen Klassiker wie „War Eternal“ und „Nemesis“ ebenso auf dem Programm wie selten gespielte Songs à la „Silent Wars“ und „Shadows and Dust“, die von den langjährigen Fans besonders lautstark gefeiert wurden.
Doch nicht nur Lauren Hart wusste zu überzeugen. Die ganze Band hatte sichtlich Spaß an diesem intimen Clubformat. Immer wieder suchten sie den Kontakt zum Publikum und genossen die unmittelbare Nähe zu den Fans – etwas, das auf den großen Festivalbühnen oft kaum möglich ist.
Einer der sympathischsten Momente des Abends folgte, als sich Lauren als die neue Sängerin der Band vorstellte oder als Michael das Publikum auf Deutsch begrüßte. Das Publikum honorierte die Geste mit lautem Jubel und die ohnehin schon großartige Stimmung erreichte noch einmal ein neues Level.
Natürlich durfte auch das typische Arch-Enemy-Konzertgefühl nicht fehlen. Moshpits und unzählige erhobene Fäuste gehörten den ganzen Abend über genauso dazu wie die messerscharfen Gitarrenriffs und die unglaubliche Energie, die von der Bühne ins Publikum übersprang.
Mit der „Back To The Root Of All Evil“-Tour beweisen Arch Enemy eindrucksvoll, dass es nicht immer riesige Hallen oder aufwendige Produktionen braucht, um ein unvergessliches Konzerterlebnis zu schaffen. Der Abend im Club Volta war laut, intensiv und herrlich ehrlich – genau so, wie man sich eine Clubshow wünscht. Wer dabei sein durfte, wird sich noch lange daran erinnern. Und nach diesem Vorgeschmack darf man sich umso mehr auf die kommenden Festivalshows und die nächsten Tourneen von Arch Enemy freuen.