Tarja kommt und die Batschkapp mutiert zum Opernhaus

Tarja kommt und die Batschkapp mutiert zum Opernhaus

Metal und Operngesang. Eine Mischung, die schon seit Jahrzehnten ihre Anhänger findet. Die qualifizierten Sopranistinnen in der Branche sind allerdings rar gesät. Einer der großen Namen in dieser elitären Liste ist zweifellos Tarja Turunen, die heute in der Batschkapp in Frankfurt gastiert. Mit an Bord als Support ist die Band Symphonity, die auch direkt für eine Überraschung gesorgt hat.

Denn als diese um 19:40 Uhr die Bühne betraten, taten sie das nicht, wie erwartet, als reine Männer Gruppe, sondern mit einer Frontfrau. Und als ob das nicht Überraschung genug wäre, sang auch diese Sopran!
Ich bin jetzt nicht sicher, ob dies ein Dauerzustand bei Symphonity wird oder ob sie nur für die Dauer der Tour mit Tarja an Bord ist. Fakt ist, der Sound passt. Von Anfang an macht die Band Dampf auf der Bühne. Treibender Metalsound, unterstützt von hochfrequentem Gesang. Die Gäste feiern die Band, und auch ich kann mir nicht das Grinsen im Gesicht verkneifen. Mitten im Gig gesellte sich dann noch eine weitere Sängerin dazu, die allerdings stimmlich im normalen Frequenzband ihre Arbeit verrichtete. Zum Abschluss des etwa 35 minütigen Auftritts gab es noch ein Cover von Nena’s Klassiker „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“. Den mit DER Stimme und fetten Metalsound zu hören, war schon ein bisschen geil!

Gegen 20:45 Uhr war es dann auch endlich so weit. Tarja betrat mit ihren Mannen die Bühne. Und hier konnte selbst ich (der kein Opern-Kenner ist) hören, wie groß der Unterschied in der Gesangsqualität ist. Nicht, dass ihre Vorgängerin irgendwie schlecht gewesen wäre, aber Tarja singt in einer anderen Liga. Der Sound ist bombastisch. Auch der restlichen Band steht dem in nichts nach. Metal vom Feinsten in Top Besetzung. Das kann das erste Mal sein, dass ich nach den ersten 3 Liedern zwar aus dem Publikum fotografieren dürfte, es aber vorgezogen habe, die Musik zu genießen. Zugegeben, ich hatte vor diesem Konzert noch keine Ahnung, dass Tarja alleine weitergemacht hatte, und kenne daher ihre Alben nicht im Einzelnen. Daher kann ich auch nicht sagen, welche Lieder jetzt vom neuen Album waren und welche älter. Ich hänge hier hänge ich für die „Besserkenner“ die Playlist an.

Mein Fazit: Der Abend hat echt Laune gemacht und ich kann nur sagen: Leute, geht hin. Wer Musik in dem Stil mag, wird sicherlich nicht enttäuscht werden.

Playlist Tarja:

  • Frisson Noir
  • Lost Northern Star
  • Neverlight
  • Love to Hate
  • At Sea
  • Little Lies
  • Tears in Rain
  • I walk alone
  • Acoustic
  • Ciaran’s Well
  • I don’t care
  • Dead Promises
  • The Trace Outlives
  • Until my last Breath
  • Against the Odds

Matthias Meyer

Redakteur und Fotograf