Finale im bett-Club: Beasto Blanco beenden ihre Kinetica-Tour in Frankfurt
Am 19. November 2025 spielte Beasto Blanco im bett – Live Musik Club in Frankfurt am Main das letzte Konzert ihrer Kinetica-Tour 2025. Die Tourroute hatte die Band quer durch Deutschland geführt und endete an diesem Mittwochabend im gemütlichen Club-Setting. Mit dabei waren die beiden Support-Acts I Ya Toyah und Dätcha Mandala. Schon vor dem ersten Ton spürte man spürbare Vorfreude. Die kleine Bühne, das gedämpfte Licht und die dicht gedrängten Reihen versprachen einen Energie geladenen Abschluss in beinahe intimer Atmosphäre.
Der Abend begann mit dem Auftritt von I Ya Toyah aus den USA. Die Künstlerin im wilden Outfit, deren Set bereits vor Konzertbeginn Erwartungen geweckt hatte, eröffnete mit dramatisch aufgebauten Klängen und einer Mischung aus elektronischen und rockorientierten Elementen. Ihre Setlist umfasste Songs wie „I Am the Fire“, „Vast Spaces“ und „Panic Room“, welche die die kleine Halle mit dunklen, industriellen Klangen durchzogen. Ihre klare Stimme legte sich über harte Sequenzen, während sie zwischen Keyboards und Mikrofon pendelte. Der düstere Industrial-Sound füllte den Club. I Ya Toyah suchte immer wieder Blickkontakt, sprach kurz über Zusammenhalt und Selbstbehauptung, bevor sie zum nächsten Track überleitete. Das Publikum hörte aufmerksam zu, einige nickten im Takt und nahmen langsam Fahrt auf.
Dätcha Mandala veränderten die Atmosphäre deutlich. Mit druckvollem Bass, treibendem Schlagzeug und weit aufgerissener Gitarre brachte das Rock-Trio aus Frankreich einen psychedelisch gefärbten Sound in den Club, der mit schwer rollenden Riffs an klassische Blues-Rock-Wurzeln erinnerte und zugleich groovte. Frontmann Jean-Philippe setzte dabei auf eine Präsenz, die nicht nur vom Gesang her irgendwie an Airbourne erinnerte, allerdings barfuß und mit dem Bass umgehängt statt mit Gitarre. Im Hintergrund qualmte ein kleines Räucherfässchen, dessen aufsteigender Rauch dem Bühnenbild eine fast spirituelle Note verlieh. Besonders das Stück „She Said“ wurde länger ausgedehnt und erhielt durch einen Gastauftritt – ein Zeichen des tourinternen Miteinanders – von Beasto-Blanco-Gitarrist Chris Latham zusätzliche Dynamik, bevor die Band nach etwa einer Dreiviertelstunde die Bühne für den Headliner räumte.
Gegen 21:30 Uhr übernahm schließlich Beasto Blanco das Podium. Das Licht wechselte schnell zwischen kräftigen Farben, und mit „Run for Your Life“ setzte die Band einen kraftvollen Start. Neben bekannten Songs wie „Freak“, „Beasto Blanco“, „Machine Girl“, „Grind“ und „Motor Queen“ standen auch Stücke wie „Honey“, „Blind Drive“ und „Out of Darkness“ auf dem Programm. Neben dem Opener fand nur noch „Nobody Move“ vom aktuellen Album „Kinetica“ ihren Platz in der Setlist. Einen besonderen Moment schuf die Band mit ihrer Version von „Feed My Frankenstein“. Der Song stammt ursprünglich von Alice Cooper, dem Vater von Sängerin Calico Cooper. In Frankfurt interpretierten Beasto Blanco das Stück deutlich ruhiger als das bekannte Original. Eine akustische Gitarre eröffnete die Nummer, das Tempo blieb kontrolliert, fast zurückgenommen. Chuck Garric, seit Jahren Bassist der Alice-Cooper-Band, und Calico Cooper, die ebenfalls regelmäßig Teil der Live-Show ihres Vaters ist, verwiesen damit nicht nur familiär, sondern auch musikalisch auf ihre Wurzeln. Das Cover wirkte wie eine respektvolle Verbeugung, ohne zur Kopie zu werden.
Die Nähe zur Bühne und die überschaubare Größe des Publikums führten zu einer intensiven, fast intimen Atmosphäre. Zwischen den Stücken suchte Frontfrau Calico Cooper immer wieder den direkten Blickkontakt mit den Anwesenden, während Chuck Garric am Mikrofon und an der Gitarre mehrfach kurze Ansagen einflechtete, die das Zusammenspiel zwischen Band und Zuhörern stärkten. Die Stimmung im bett-Club erreichte ihren Siedepunkt. Keiner stand mehr still, fast alle bewegten sich zum Rocksound von Beasto Blanco, die auch am Ende ihrer Tour keine Spur von Erschöpfung erkennen ließen. Die energetische Performance wurde vor allem durch Calico visuell untermalt. Ob mit Laserpointer im BH oder im Handschuh oder mit Stacheldraht umwickelter Keule, die kleinen wie großen Accessoires waren stets ein Hingucker.
Auch die Interaktion unter den Künstlern war an diesem Abend ein prägnanter Faktor. Zum Ende setzten Beasto Blanco ein sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt dieser Tour. Beim letzten Song „Breakdown“ kamen beide Support-Acts noch einmal auf die Bühne. Mitglieder von Dätcha Mandala und I Ya Toyah stellten sich neben die Band, sangen mit, klatschten, tauschten Blicke. Die Bühne füllte sich, der enge Club wirkte plötzlich noch dichter. Dieser gemeinsame Abschluss im bett-Club Frankfurt unterstrich, dass diese Tour mehr war als eine lose Aneinanderreihung von Konzerten. In Frankfurt endete sie mit einem kollektiven Moment, der Zusammenhalt und Zufriedenheit spürbar machte.