Duff McKagan zeigt sich in Mannheim von seiner “zärtlichen” Seite

Im Juni vergangenen Jahres hat er es mit Guns N’ Roses auf dem Maimarktgelände krachen lassen, jetzt ist Duff McKagan wieder zurück in Mannheim, aber diesmal ruhiger und im kleineren Kreis. Am 27.08.2019 hat der Guns N’ Roses Bassist in der Alten Feuerwache sein zweites Soloprojekt “Tenderness” live präsentiert. Auf seiner Tournee begleitet ihn Shooter Jennings mit Band, mit denen auch die neue Scheibe aufgenommen wurde.

So geht es mitten unter der Woche nach Mannheim, um den legendären Duff McKagan ohne seine große Band ganz nahe erleben zu dürfen. Denn der Punkrocker kehrt diesmal ohne Axl und Slash zurück. Beim Einlass stehen viele Besucher mit Guns N’ Roses Shirts in der Schlange, die teilweise in den alten, rockigen Zeiten schwelgen. Doch wer “Tenderness” kennt, weiß, dass heute Abend weichere Töne angeschlagen werden.

Doch bevor es soweit ist steht Shooter Jennings auf der Bühne und eröffnet in der warmen Halle den Konzertabend. Waylon Albright “Shooter” Jennings ist ein US-amerikanischer Country-Sänger und Schauspieler, der mit drei männlichen und einer weiblichen Begleitung zunächst am Keyboard zu den ersten Songs anheizt. Stets Sonnenbrille tragend schnappt er sich dann die Gitarre und nimmt mit einer Portion Rock n’ Roll musikalisch Fahrt auf. Mal ertönt Country-Stil, dann rockt er das Hause, um gleich drauf wieder ruhig am Keyboard seine Ballade zu spielen. Shooter Jennings groovt die Menge ordentlich ein und bringt die Fans zusätzlich zu dem schwül-waren Raumklima auf Temperaturen.

Mit etwas Verzögerung betritt Duff McKagan als erster die Bühne und zur Überraschung mancher Anwesenden folgt Shooter Jennings mit Band, die ihn für den Rest des Abends begleiten. Mit dem GNR-Song “You Ain‘t the First” startet der Rockmusiker recht sanft, ganz “tender” eben. Anstatt mit Bassgitarre steht der 55-Jährige auf seiner Tour mit Westerngitarre auf dem Podium und scherzt dabei mit den Fans, bevor er den Titelsong zum Besten gibt. Zum 20jährigen Hochzeitstag mit Susan gibt dann natürlich noch ein passendes Ständchen für die Liebste. McKagan zeigt sich ungewohnt “zärtlich” … zunächst. Doch auch die Anhänger der etwas härteren Gangart kommen schließlich auf ihre Kosten. “Dust n Bones” schallt es durch die Alte Feuerwache und die Stimmung ist sofort am Kochen. Auch dem in die Jahre gekommenen Frontmann wird es heiß und lässt, während er sich seines Oberhemds entledigt, Wasser an die Fans in den vorderen Reihen verteilen. Gelegentlich dringt ein Touch von Shooters Country-Stil durch, der besonders durch die Slide-Gitarreneinlagen als auch der elektronischen Geige geprägt ist. “Oh Mannheim, I miss you. It’s good to be back to you” honoriert er die schöne Stadt am Neckar, in der er vor langer Zeit zum ersten schon war. Wann genau es war, weiß der Künstler selbst nicht mehr. Ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie seine Karriere mit all ihren Höhen und Tiefen an ihm gezehrt hat. Jedoch merkt man ihm die ganzen Strapazen heute Abend kaum an. Klar, so manche Falte zeugt vom exzessiven Sex, Drugs & Rock n Roll Leben, aber McKagan ist frisch und vor allem gut drauf. Auf der Zielgeraden geht es mit dem The Clash Cover “Clampdown” und dem GNR-Hit “Dead Horse” wieder harter zur Sache. Letzteres katapultiert das Stimmungsbarometer ganz weit nach oben, das mit der Geigerin Aubrey Richmond am Gesang hervorragend zündet. Nach 18 Liedern ist leider Schluss und zurück bleibt ein Touch von Guns N’ Roses und ganz viel Duff McKagan von seiner ruhigeren Seite.

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