Avantasia beim Zeltspektakel Winterbach – fast drei Stunden große Metal-Kino

Avantasia beim Zeltspektakel Winterbach – fast drei Stunden große Metal-Kino

Das Zeltspektakel in Winterbach ist längst mehr als nur eine Konzertreihe – es ist ein fester Treffpunkt für Musikfans aus der ganzen Region. Schon am Nachmittag füllte sich der große Biergarten, der mit kostenloser Live-Musik, einem abwechslungsreichen lokalen, kulinarischen Angebot und einer entspannten Atmosphäre zum Verweilen einlud. Allein dafür lohnt sich der Besuch jedes Mal aufs Neue.

Am Abend wurde es dann episch: Tobias Sammet machte mit Avantasia Station in Winterbach und verwandelte das Festzelt für fast drei Stunden in eine beeindruckende Metal-Oper. Auch wenn das Zelt dieses Mal nicht ganz ausverkauft war, spielte das für die Stimmung überhaupt keine Rolle. Das Publikum war von der ersten Minute an voll dabei, sang lautstark mit, feierte jedes Gitarrensolo und sorgte für eine Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst.

Was Avantasia seit jeher besonders macht, ist das einzigartige Konzept mit wechselnden Gastsängern. In Winterbach standen neben Tobias Sammet Tommy Karevik, Ronnie Atkins, Chiara Tricarico, Bob Catley, Herbie Langhans und Ralf Scheepers auf der Bühne. Jeder von ihnen brachte seinen eigenen Stil mit ein, wodurch jeder Song seinen ganz eigenen Charakter bekam.

Ein besonderes Heimspiel hatte dabei Ralf Scheepers. Der gebürtige Stuttgarter lebt ganz in der Nähe von Winterbach und wurde vom Publikum entsprechend gefeiert und brachte das Zelt mit „Reach Out for the Light“ endgültig zum Kochen. Die Begeisterung war im gesamten Publikum spürbar und zeigte einmal mehr, welchen Stellenwert Scheepers in der deutschen Metal-Szene genießt.

Zu den musikalischen Höhepunkten des Abends gehörte ohne Zweifel „Let the Storm Descend Upon You“. Hier wurde eindrucksvoll deutlich, wie perfekt die unterschiedlichen Stimmen der Sängerinnen und Sänger miteinander harmonieren. Genau diese Vielfalt macht Avantasia seit vielen Jahren zu einem der außergewöhnlichsten Live-Projekte im Symphonic- und Power-Metal.

Spätestens bei „Mystery of a Blood Red Rose“ und dem anschließenden „Lost in Space“ hielt es kaum noch jemanden auf den Plätzen. Das gesamte Zelt sang jede Zeile mit und verwandelte sich in einen riesigen Chor – einer dieser Momente, die ein Konzert unvergesslich machen.

Natürlich durfte auch ein großes Finale nicht fehlen. Mit den Zugaben „Lucifer“ sowie dem monumentalen „Sign of the Cross / The Seven Angels“ setzte Avantasia einen würdigen Schlusspunkt unter einen Konzertabend, der musikalisch wie atmosphärisch kaum Wünsche offenließ.

Das Zeltspektakel Winterbach hat einmal mehr bewiesen, warum es weit über die Region hinaus so beliebt ist. Eine familiäre Atmosphäre, ein liebevoll organisiertes Rahmenprogramm und Konzerte auf höchstem Niveau machen den besonderen Reiz dieser Veranstaltungsreihe aus. Nach diesem Abend ist die Vorfreude auf das 15. Zeltspektakel im Jahr 2028 auf jeden Fall schon jetzt riesig.

Pierre Ames

Redakteur und Fotograf