Lautre macht Metal royal again: Hammer King und Burning Witches feiern Heimspiel
Kaiserslautern wurde zum Heimatspiel der großen „Witches and Kings Tour“. Auf ihrer aktuellen Europareise kehrten die Burning Witches dorthin zurück, wo sie fast genau zwei Jahre zuvor ihren Tourabschluss im gemütlichen Cotton Club gefeiert hatten. Nicht zuletzt dank der Lokalmatadoren von Hammer King platzte das Konzert am 30. Januar 2026 förmlich aus allen Nähten und zog deshalb nach oben in das große Kasino der Kammgarn Kaiserslautern um. Schon lange vor Konzertbeginn herrschte ein familiäres Treiben im Foyer. Man kannte sich, die Atmosphäre erinnerte an ein Klassentreffen. Lokale Szenegrößen wie beispielsweise Charles Greywolf von Powerwolf, Chapter-Leiterin Ulrike Köhler von Metality e.V. und Deutschlands Metal-Podcaster Otti vom Metalkeller mischten sich unter die Gäste. Freunde und Fans ließen alte Geschichten über die Lautrer Kings aufleben und freuten sich, die aufstrebende Metal-Band dort feiern zu dürfen, wo alles angefangen hat.
Genauso gut gelaunt ging es während des kraftvollen Auftrittes zu. Nach dem Opener „King for a Day“ sorgten Titan Fox (Gesang), Gino Wilde (Gitarre), Marex van Ferum (Gitarre), Günt von Schratenau (Bass) und Count Ivo Shandor (Schlagzeug) ausgelassene Audience-Action. Unter dem Motto „Make Metal Royal Again“ verwandelte sich die volle Kammgarn schnell zum Hoheitsgebiet. Mit „I Am the Hammer King“ vom Debütalbum und dem wuchtigen „Hammerschlag“ entwickelten sich schnell echte Selbstläufer, getragen von lautstarken „Hammer King“-Sprechchören, die selbst beim augenzwinkernden Top-Gun-Cover „Danger Zone“ nicht abebbten. Das Lautrer Publikum zeigte sich bemerkenswert textsicher und feierte mit der Band eine majestätische Party auf heimischem Boden. „Lautre makes metal royal again“, hallte es aus dem Kasino, während Titan Fox Kaiserslautern mit dem Ruhrpott verglich und die Stadt augenzwinkernd auf eine Stufe mit der Wiege des deutschen Heavy Metals stellte.
Die Kings lieferten eine professionelle Show ab, die von der kaiserlichen Zofe Tia Wicked und dem hammerschwingendem Doctor Malleum D. unterstrichen wurde. Der hymnische Power-Metal gepaart mit dem mittelalterlichen Thema rund um „König und Kaiser“ begeisterte das Volk. Bis zum letzten Ton von „Kingdom of the Hammer King“ blieb die Stimmung auf Anschlag, begleitet von fliegenden Luftballons und strahlenden Gesichtern. Dass Hammer King nach dem Gig wie angekündigt noch lange im Foyer der Kammgarn blieben, machte diesen Abend endgültig zu einem großen Heimkommen.
Sich nach einem solch mitreißenden Heimspiel als Headliner zu beweisen, war für die Burning Witches kein Problem. Die Schweizer Formation überzeugte mit unbändiger Power und kompromisslosem Old-School-Metal, den sie gekonnt mit moderner Härte verband. Vom Intro „Sanguini Hominum“ über „Soul Eater“ bis hin zu „Shame“ stand das neue Album „Inquisition“ ganz vorne auf der Setlist. Später ergänzten der Titelsong „Inquisition“ und „Release Me“ den Fokus auf das sechste Studioalbum, das am 22. August 2025 via Napalm Records erschienen ist. Laura Guldemond (Gesang), Romana Kalkuhl (Gitarre), Jeanine Grob (Bass), Courtney Cox (Gitarre) und Lala Frischknecht (Schlagzeug) präsentierten sich spielfreudig und publikumsnah. Die Sängerin genoss die große Resonanz und freute sich, dass der Auftritt nach dem ausverkauften Cotton Club in die große Halle verlegt wurde. Im Gegensatz zum Vorgänger verzichtete Laura auf viele Worte und ließ die Songs nahtlos ineinander übergehen.
Begleitet von brachialen Gitarrenriffs wurde es dicht vor der Bühne. Die Fans reckten die Pommesgabel und sangen lautstark „Maiden of Steel“ mit. An den Flanken standen Romana und Courtney, die unermüdlich harte Gitarrensalven abfeuerten und sich in schnellen Soli abwechselten. Dabei wirkte es spielerisch leicht, wenn die flinken Finger über das Griffbrett huschten, während die beiden gleichzeitig mit ihren Fans flirteten. Rhythmisch untermauert wurde das Saitenspiel von Jeanine, die mit ihrem Bass in den noch verbleibenden Zwischenräumen wirbelte. Auf der nebelverhangenen Bühne herrschte reges Treiben: Immer wieder wechselten die Musikerinnen die Positionen, ließen ihre Haare fliegen oder mussten ihren Platz gegen eine runzlige Hexe verteidigen. Im Fokus stand meist Laura – mal mit gehörnter Maske, mal mitten im Publikum, aber immer voller Energie und Stimmgewalt. Nach „Evil Witch“ und „Lucid Nightmare“ legten die Burning Witches noch einmal richtig nach. Mit „Hexenhammer“ leitete die Band eine furiose Zugabe ein, die schließlich mit „Burning Witches“ einen traditionellen und zugleich krönenden Abschluss fand. Das Publikum tobte und selbst nach den letzten Akkorden hallte der Jubel durch das Kasino.
Sowohl Hammer King als auch Burning Witches zeigten beim Heimspiel in der Kammgarn Kaiserslautern eindrucksvoll, warum der kleine Cotton Club diesmal nicht mehr ausreichte. Die energiegeladene Show riss nicht nur das heimische Publikum mit und setzte zugleich ein Ausrufezeichen für die laufende „Witches and Kings Tour“, die die Bands in den kommenden Wochen noch in zahlreiche Städte Deutschlands und Europas führen wird.