Die Batschkapp mit Amorphis unter der roten Wolke

Amorphis 2016

Letzten Dienstag (12. April 2016) luden  die Melancholic Metal-Meister Amorphis mit Under The Red Cloud in die Batschkapp Frankfurt ein. Die Finnen Tourten mit der im September erschienen Platte durch die deutschen Landen.

Galten das  1992 veröffentlichte Debutalbum The Karelian Isthmus sowie der 1994 erschienene Nachfolger Tales From The Thousand Lakes eher als Death-Metal-Alben, so gelang Amorphis bereits mit dem 1996er Album Elegy und Sänger Pasi Koskinen, der Einstieg in die finnischen Charts. Mit Tuonela (1999)  welches  verstärkt folkloristische Einflüsse enthielt verabschiedete sich Tomi Koivusaari endgültig vom Mikrophon, was die Fans nicht sonderlich positiv aufnahmen. So wurde nun gänzlich auf den Death Metal-typischen Gesang verzichtet. Das folgende Werk Am Universum (2000) knüpfte direkt an diesen Erfolg an und beinhaltete sogar eine Nummer-Eins-Single. 2004 verließ Sänger Pasi Koskinen Amorphis und wurde von Tomi Joutsen ersetzt, womit die erfolgreichste Phase der Band begann: Eclipse erreichte 2006 Platz Eins der Charts. Bis auf das 2011 erschienene The Beginning of Times spielten die Nachfolge-Alben Silent Waters (2007), Skyforger (2009) und Circle (2013) ebenfalls Gold ein. Mit Tomi Joutsen fand nicht wirklich ein Genre-Wechsel statt. Er verhalf der Band vielmehr zu einem soliden Sound fernab jeder Eintönigkeit, welcher sich aus allen Abschnitten  Band-Geschichte zusammensetze und sich nicht, wie bisher von Album zu Album veränderte.

Den Abend eröffneten die griechischen Progressive-Metaller Poem. In einer noch nicht komplett gefüllten Batschkapp begannen die vier Herren eher verhalten, näherten sich dann allerdings rasch einem energetischen und abwechslungsreichen Mix aus Progressivem-Alternative Rock. In puncto Bühnenperformance gaben sich die Athener eher zurückhaltend, lieferten allerdings musikalisch eine absolut packende Show ab! Ihre Songs: speziell und komplex, etwas vertrackt aber Poem konnten durchaus überzeugen und haben ihren Job als Anheizer absolut souverän erledigt!

Im Anschluss finden sich Textures auf der Bühne ein. Die Jungs aus Tilbur Holland stellen eher  Kontrastprogramm zu Poem dar. Trotz Einflüssen aus der Progressive-Metal-Sparte, ist die Band  eher der Metalcore-Sparte zuzuordnen. Auch die wuchtige Bühnenpräsenz ist nicht ansatzweise mit ihren Vorgängern vergleichbar. So beziehen sie den Hörer in die Show mit ein und musizieren eher mit- anstatt nur für das Publikum! Textures hat mit Frontmann Daniel de Jongh ebenso wie Poem und Amorphis eine facettenreiche Stimme im Gepäck, welche diverse Stile beherrscht, ohne dabei an Qualität einzubüßen. So komplex ihre Songs auch sind – sie halten das Publikum nicht ab vollen Einsatz zu geben! Was nicht zuletzt daran liegt, dass de Jongh und Kollegen unentwegt das Publikum anstachelt. Kurzum: absolut geniale Show! Textures machen wahnsinnig Laune!

Nach erträglicher Umbauphase wird es wieder dunkel in der Batschkapp. Es war an der Zeit für Amorphis! Das Intro zu „Under The Red Cloud“ leitet den Auftritt ein. Voller Spielfreude starteten die Finnen mit dem Titeltrack des aktuellen Albums. Gefolgt von „Sacrifice“ und „Bad Blood“, weiteren Stücken der neuen Scheibe. Nach einem Sprung in die jüngere Vergangenheit mit „Sky Is Mine“ und „The Wanderer“ gab es mit „Drowned Maid“ vom legendären Tales From The Thousand Lakes und „On Rich And Poor“ einen Abstecher in Anfangsjahre der Band. Beeindruckend, wie energisch diese Songs noch heute umgesetzt- und vom Frankfurter Publikum angenommen werden!Gefolgt von 2 weiteren Stücken vom Under The Red Cloud-Album: „Dark Path“ und „The Four Wise Ones“ darf auch „Silent Waters“ natürlich nicht fehlen. „My Kantele“ vom 96er Album strapazierte anschließend wieder die Nackenmuskulatur, gefolgt von „House of Sleep“, bevor „Hopless Days“ das Publikum zum gemeinsamen trällern einlud und erst einmal das Ende der musikalischen Darbietung darstellte.
Jedoch musste das Publikum nicht lange bitten, ehe die Herren zum Intro von „Death Of A King“ abermals die Bühne betraten. Eine Show ohne „Silver Bride“ wäre wohl kaum vorstellbar und das folgende „The Smoke“ bildete dann leider den Abschluss dieses genialen Abends.

Abschließend sei gesagt,
dass die reine Professionalität, der perfekt aufeinander eingespielten Musiker einfach spürbar ist und enorm fun macht. Auch die Setlist aus Songs vom aktuellen Album, perfekt arrangiert mit Titeln ihrer bisherigen Karriere konnte begeistern. Nicht zu vergessen, ein zumindest für meinen Geschmack, perfekt gewählter Support!!

Under The Red Cloud“ – Europa 2016
Deutschland-Termine wurden präsentiert von:
Metal Hammer, Sonic Seducer, Musix, Metalnews.de, Nuclear Blast Mag

Setlist:
1. Under the Red Cloud (Under the Red Cloud)
2. Sacrifice (Under the Red Cloud)
3. Bad Blood (Under the Red Cloud)
4. Sky Is Mine (Skyforger)
5. The Wanderer (Circle)
6. On Rich and Poor (Elegy)
7. Drowned Maid (Tales from the Thousand Lakes)
8. Dark Path (Under the Red Cloud)
9. The Four Wise Ones (Under the Red Cloud)
10. Silent Waters (Silent Waters)
11. My Kantele (Elegy)
12. House of Sleep (Eclipse)
13. Hopeless Days (Circle)

Encore:
14. Death of a King (Under the Red Cloud)
15. Silver Bride (Skyforger)
16. The Smoke (Eclipse)

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