Brothers of Metal und Moonlight Haze heizen in der Garage Saarbrücken ein

Brothers of Metal und Moonlight Haze heizen in der Garage Saarbrücken ein
Brothers of Metal - 03.03.2026 Garage Saarbrücken

Am 3. März 2026 drängten sich Fans in der Garage Saarbrücken, Lederjacken neben Bandshirts, ein kühles Bier neben aufgeheizten Fans. Während draußen noch die kühle Luft durch die Straßen zog, entwickelte sich drinnen schon langsam der schweißtreibende Metal-Abend. Auf der Bühne haben sich zunächst Moonlight Haze aus Italien angekündigt, später übernahmen die schwedischen Power- und Viking-Metaller Brothers of Metal. Das Konzert war der siebte Gig der „Tour… Another! 2026“-Reise, die seit Februar durch zahlreiche europäische Clubs führte.

Moonlight Haze starteten mit „Beyond“, dem Titelsong ihres aktuellen, gleichnamigen Albums, sowohl kraftvoll als auch melodisch in den Abend. Chiara Tricarico übernahm von Beginn an die Rolle der Dirigentin des Publikums, das sich schnell mitreißen ließ, und die Garage folgte bereitwillig. Die Sängerin kommentierte scherzhaft, dass sie mit Winterkleidung aus Italien angereist seien, doch in der aufgeheizten Halle bräuchten sie die allerdings nicht. Ihre klare Stimme mit bemerkenswerter Bandbreite, die zwischen rockiger Rauheit und beinahe opernhaften Höhen pendelte, dominierte den Sound, und dazwischen legten die Gitarristen schnelle, präzise Einlagen hin, während Bass und Schlagzeug einen druckvollen Unterbau lieferten.

Musikalisch liefern die Italiener einen frischen Mix aus Symphonic- und Power-Metal. Besonders bei Songs wie „Till the End“, „The Rabbit of the Moon“ und „Ad Astra“ zeigte sich, wie gut der Mix live funktioniert. Die neuen Stücke „Awakening“ und „D.N.A.“ vom Album „Beyond“ fügten sich organisch in das Set ein; die Band wirkte sichtbar stolz auf das neue Material. „Es war mega geil“, rief Tricarico zum Abschied. Mit „We’ll Be Free“ verabschiedeten sich Moonlight Haze und überließen unter kräftigem Applaus die Bühne dem Headliner.

Die Garage Saarbrücken war längst auf Betriebstemperatur, als schließlich Brothers of Metal im Bühnennebel auftauchten. Die sieben Musiker und ihre Sängerin beanspruchten die gesamte Bühnenbreite. Drei Stimmen griffen ineinander, wechselten sich ab und bildeten das vokale Fundament. Dahinter erhob sich eine echte Riffwand aus drei Gitarren, getragen von einem kraftvollen, vorwärtsdrängenden Rhythmus aus Bass und Schlagzeug. Im Verlauf des Sets folgten hymnische Power-Metal-Nummern, die sich perfekt für Mitsing-Chöre eigneten. Songs wie „Yggdrasil“, „Prophecy of Ragnarök“ oder „The Mead Song“ entfalteten live ihre ganze Wucht und begeisterten die Halle. Auch ruhigere Momente bekamen Raum. „Chain Breaker“ etwa sorgte für ein kurzes Durchatmen, bevor die Band das Tempo wieder anzog. Die Mischung aus epischem Pathos und augenzwinkernder Party-Atmosphäre funktionierte gut.

Schon früh war klar, worum es hier ging: Geschichten von nordischen Göttern, Schlachten und natürlich Met. Die kleinen Erzählungen schafften Atmosphäre und zogen das Publikum mit. Wenn der Trickster-Gott Loki erwähnt wurde, brandete prompt ein kollektives Buhen auf. Der Sänger grinste und kommentierte trocken, dass dies erst der siebte Gig der Tour sei – „aber definitiv der heißeste“. Die Garage schien das allerdings eher als Aufforderung zu verstehen und drehte auf.

Als die letzten Akkorde verklangen, wirkte die Garage wie nach einem kleinen Sturm. Verschwitzte Fans, leere Becher, zufriedene Gesichter. Moonlight Haze haben den Abend mit melodischem Symphonic-Power-Metal eröffnet. Brothers of Metal setzten anschließend mit nordischen Hymnen den Schlusspunkt. Wenn die restlichen Shows der Tour ähnlich verlaufen, dürfte „Tour… Another! 2026“ noch einige ebenso heiße Nächte bereithalten.

Andreas Schieler

Leitung, Redakteur und Fotograf