Bluesrock-Einschlag in der Batschkapp: Double Bill Tour der Blues Pills und DeWolff.
Wild, laut und sexy ist ja quasi das Markenzeichen von den Blues Pills. Dieses Jahr hatten sie mit DeWolff ihr Angebot auch noch um psychedelische Klänge erweitert. Zwei Bands, die ihre Ressourcen gebündelt haben, um so noch gewaltiger um die Häuser ziehen zu können.
Pünktlich drei Minuten nach 20 Uhr geht es los. DeWolff betritt die Bühne. Für mich mit einem ungewöhnlichen Bühnen-Setup. Links eine fette Orgel, zentral die Drums und rechts ein Schrank mit unterschiedlichen Gitarren. Die niederländische Band besteht aus Pablo van de Poel an den Gitarren und als Frontmann, seinem Bruder Luka van de Poel hinter dem Schlagzeug und Robin Piso, der den Tasten an der Orgel einheizt. Optisch steht der Abend voll unter dem Thema Vintage der 70er. Der Sound von DeWolff setzt dort auch an.
Der Einstand erfolgt mit „Night Train“, der mich sofort fesselt. Dem Publikum geht’s ähnlich. Gejohle und Applaus ab den ersten Sekunden. Mit Song Nummer zwei hatten sie mich dann endgültig. „In Love“ hätte genauso gut eine Filmmusik aus Quentin Tarantinos „Jackie Brown“ sein können. Es folgt: „Tired of Loving You“. Ein Song, der irgendwie alles in sich vereint – von ruhig über psychedelisch hin zu wild und wieder zurück. Das Spiel der drei Niederländer ist emotional und ausgereift.
Nach meiner Arbeit als Fotograf habe ich mich etwas aus dem Gedränge der Gäste nach hinten verzogen und konnte den Sound so auf mich wirken lassen. Dort am Boden (mit geschlossenen Augen) sitzend, hatte ich eigentlich nur Sonne auf dem Gesicht, grüne Wiese unter den nackten Füßen und einen Joint in der Hand vermisst. Das Set von DeWolff ging nach etwa 75 Minuten zu Ende und der Bühnenumbau für die Blues Pills ging flott von statten.
Gegen 21:45 Uhr betrat dann auch die Band die Bühne, wegen der ich gekommen war. Elin Larsson mit ihren Mannen. Ähh…. Mannen? Was ist denn da los? Während sie 2024 beim letzten Gig in Frankfurt (Wave of Darkness hat berichtet) noch von drei Männern flankiert wurde, steht von diesen jetzt nur noch Zack Anderson on Stage. Und er ist vom Bass zur Leadgitarre gewechselt. Am Schlagzeug sitzt nun Lina Anderbrerg und den Platz an der Bassgitarre spielt seit diesem Jahr Agnes Roslund. Nennt mich ruhig oberflächlich, aber rein optisch finde ich die neue Kombination schonmal super.
Was könnte da besser sein, als mit High Class Woman einzusteigen? Und wieder macht Elin klar das sie nicht gekommen war um Gefangene zu machen. Die Frau ist einfach 1000 Volt. Schießt in ihrem sexy, silbernen Glitzeranzug von einer Seite der Bühne zur anderen. Springt, tanzt und wirbelt sich die Seele aus dem Leib. Selbst der Kamera-Graben hält sich nicht davon ab die körperliche Nähe zu ihren Fans zu suchen. Kurzerhand springt sie zu den Fotografen herunter, um der perplexen ersten Reihe die Hände zu schütteln. Während des Songs! Und so ging das die ganzen 75 Minuten weiter. Springen, Tanzen, runter von der Bühne, wieder hoch. Die Frau hat eine Kondition die eine olympische Bodenturnerin vor Neid erblassen lassen würde. Sie definiert den Begriff Powerfrau komplett neu. Ich bin schwer beeindruckt und das Publikum aus dem Häuschen.
Die Songs ziehen sich durch alle Alben und die neue Crew hat augenscheinlich keine Probleme diese zu spielen. Alles soweit also wie gehabt. BluesPills: Wild, Laut und nun, mit noch mehr sexy.
Mein Fazit des Abends: Eine sehens- und hörenswerte Kombination dieser beiden Bands. Der Eintritt ist jeden Cent wert. Allergrößter Dank gilt auch der Frankfurter Batschkapp die immer wieder, auch diesen nicht ganz so bekannten Bands die Chance auf eine große Bühne gibt. Dafür lieben wir Euch!