Scorpions rocken mit Beyond The Black die SAP Arena in Mannheim

Am Samstag (19. März) war es endlich soweit: Die legendären Scorpions machen auf ihrer 50th Anniversary World Tour 2016 Halt in der Mannheimer SAP Arena. Nachdem sie im Jubiläumsjahr 2015 bereits in den USA, Asien und Europa tourten, sind sie nun endlich in heimischen Gefilden unterwegs, um auch mit ihren hiesigen Fans Jubiläum zu feiern.
Support sind Beyond The Black, der erfolgreichste Metal-Newcomer des vergangenen Jahres. Diese werden als „Special Guest“, die Hannoveraner auf der kompletten Deutschland-Tournee begleiten.

Das Konzert in der SAP Arena ist ein Heimspiel für das erst 2014 gegründete Symphonic Metal Sextett Beyond The Black. Die 5 Jungs um Jennifer Haben verstehen es, das Publikum direkt in ihren Bann zu ziehen. Nicht zuletzt ist wohl die beeindruckende Bühnenpräsenz und charismatische Ausstrahlung der erst 19-jährigen Frontfrau dafür verantwortlich, die im Laufe des Sets auch ihr Können an Keyboard und Akustikgitarre unter Beweis stellte. Eine Inszenierung ihrer Songs im Stile von Nightwish und Within Temptation wusste auch den letzten Skeptiker im Publikum zu überzeugen. So war der Auftritt ein voller Erfolg! Bestens gelaunt und in absoluter Erwartung fieberten die Fans nun den Jubilaren entgegen.

Dann ging es los! 50 Jahre Scorpions, was bedeutet: Eine gigantische 27 m x 15 m große Bühne mit überdimensionaler LED-Wand, welche das Publikum in eine 90 minütige spektakuläre Liveshow, quer durch die Bandgeschichte eintauchen lässt.
Gleich zu Beginn bekamen die 11.000 Fans das bluesige „Going Out With A Bang„, den Opener des aktuellen Albums  „Return To Forever“ um die Ohren gehauen. Danach ein Sprung in die Jahre 1979 und 1980 mit „Make It Real“, „The Zoo“ und „Coast To Coast„, bei dem Rudolf Schenker und Matthias Jabs in die Saiten greifen und zeigen konnten, dass sie keineswegs an Biss verloren haben!
Dem folgte ein Medley aus Songs, welches  bis ins Jahr 1974 der Bandgeschichte reichte.
Nach „We Built This House“ aus 2015 durfte Leadgittarist Matthias Jabs bei „Delicate Dance“ sein Können erneut unter Beweis stellen. Diesmal mit Unterstützung von Drummer James Kottak und Bassist  Pawel Maciwoda.
Danach versammelten sich die 5 Herren auf dem vorderen Bühnenabschnitt, quasi zwischen den Zuschauern, um sich mit einem Akustik-Medley in wesentlich ruhigere Gefilde zu begeben.
Was wäre ein Scorpions Konzert ohne „Wind Of Change„? …welches natürlich von gefühlten 90 Prozent der begeisterten Anwesenden akustisch begleitet wurde.
Zeit, das Tempo mit den Songs „Rock’n’Roll Band„, „Dynamite“ und „In The Line Of Fire“ wieder anzuheben. Nun durfte auch Drummer James Kottak zeigen, was er auf dem Kasten hat. Während des Schlagzeugsolos schwebte der Drumriser gen Himmel, untermalt von einer grellen Lichtshow. Nachdem er sich seines T-Shirts entledigt und stolz seine Tattoos präsentiert hatte, schaffte er es tatsächlich, auch den letzten Fan zum Mitwirken zu motivieren – was für ein durchgeknallter Kerl!
Es folgt der Endspurt mit Songs aus den 80ern. „Blackout„, gefolgt von „Big City Nights“ welche ebenfalls ein absolutes Muss darstellen und erstmal die Show beenden. Die Herren lassen sich allerdings nicht lange bitten, ehe sie sich mit „Still Loving You“ vom 84er Album auf der Bühne zurückmelden. „Rock You Like A Hurricane“ vom gleichen Album, stellte dann leider, von Konfettiregen begleitet, den endgültigen Abschluss eines faszinierenden Abends in der SAP Arena dar.

Alles in allem demonstrierten die Jungs, weshalb sie zurecht als eine der weltweit erfolgreichsten Rockbands gelten. Sie sind sich nunmehr seit über einem halben Jahrhundert treu geblieben und haben stets alles gegeben, um eine perfekte Show abzuliefern! Noch immer beherrschen sie das Posing auf der Bühne, wie kaum eine andere Band. Darüber hinaus schufen sie Klassiker, die sie wohl unsterblich machen werden. Selbst nach all den Jahren strotzen sie nur so vor Energie und Spielfreude und weckten garantiert bei keinem der Fans den Eindruck, sie hätten auch nur ansatzweise nachgelassen.
Wer sich als Scorpions-Fan bezeichnet, wurde an diesem Abend glücklich. Es gab alles, was und wie man es sich wünschte und das in einer noch nie dagewesenen Optik, mit der jeder Song visuell perfekt in Szene gesetzt wurde. Für alle Anderen war es eine absolut sehenswerte Darbietung, welche in allen Bereichen ein Maximum an Niveau bot.
Abschließend möchte ich noch die Maschinerie erwähnen, die solch eine aufwändige Show erst ermöglicht. Unzählige Mitarbeiter kümmern sich um über 60 Tonnen Equipment. Ebenso der enorme Aufwand, welcher für die audiovisuelle Umsetzung der Songs nötig ist und über die komplette Dauer der Show keinerlei Beanstandung zuließ. Die Scorpions und ihr Team funktionieren wie ein Uhrwerk, was eine perfekte Show zur Folge hat, die nur sehr schwer zu toppen ist!

 

Setlist:
Going Out With a Bang
Make It Real
The Zoo
Coast to Coast
Top of the Bill / Steamrock Fever / Speedy’s Coming / Catch Your Train
We Built This House
Delicate Dance
Always Somewhere / Eye of the Storm / Send Me an Angel
Wind of Change
Rock ’n‘ Roll Band
Dynamite
In the Line of Fire
Kottak Attack
Blackout
Big City Nights
Encore:
Still Loving You
Rock You Like a Hurricane

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