Kaiserslautern: Selig in der Kammgarn

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Am 02.12.2017 hat Selig in die Kammgarn Kaiserslautern geladen, um im Zuge ihrer „Kashmir Karma“-Tour das gleichnamige Album zu präsentieren. Für die Hamburger Rockband ist es die vorletzte Station auf ihrer Konzertreise durch die deutschen Städte gewesen, um nochmal mit neuem Material zu glänzen bzw. mit ihren Klassikern aus den 90ern im alten Glanz zu erstrahlen.

Selig eröffnen mit „Unsterblich“ den Abend direkt ohne Vorband. Die vier Herren geben sich locker und gelassen, wobei es ihnen von Anfang an gelingt, den berühmten Funken zu ihrem Publikum überspringen zu lassen. Deswegen wird auch Sänger Jan mit einem Lächeln verziehen, dass er das Publikum in der Kammgarn mit „Hallo Karlsruhe“ herzlich begrüßte. Naja, da kann man schon mal durcheinander kommen. Denn die Band hat am Ende ihrer Tournee so einige Auftritte hinter sich, an denen sie ihre Geschichten des Alltags musikalisch erzählen konnten. Das war auch in Kaiserslautern der Fall und deshalb ist man da, um dieses mit zu fühlen und zu feiern. Das bunt gemischte Publikum gibt sich ganz den alten und neuen Erzählungen hin, bleibt dabei ebenso ruhig aber stets bei der Band. Während von dem Vintage-Gitarrenklang getragen Songs wie „Frei“ aus den Boxen ertönen, singen viele textsicher mit oder wiegen zum Teil zu den sphärischen Tönen begeistert hin und her. Auch die Band, vor allem der Sänger, geht ebenso in den Liedern auf und diese Authentizität überträgt sich natürlich. So rockt man gemeinsam – fast in Hippie ähnlicher Manier – im Einklang „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“.

Man werde zwar „keinen Hit mehr haben“, stellt dann Jan fest, aber der Motor weiterzumachen, ist vor allem „Hingabe und Liebe“, die sich die Band geschworen hat, und weniger die Aussicht auf das große Geld. Dieser Antrieb ist heute in der Kammgarn sowohl spürbar als auch hörbar. In dieser Atmosphäre begeistert Selig ihre Fans mit Geschichten vom „Mädchen auf dem Dach“ oder bringt sie mit „Wir werden uns wiedersehen“ zum in Erinnerungen schwelgen. In der Zugabe kocht die Stimmung im Saal auf, als „Sie hat geschrien“, dem Hit aus dem Debütalbum, sowie „Wenn ich wollte“ zum Besten gegeben wird, um gleich darauf bei „Ohne Dich“ melancholisch zu werden. Nach „Kashmir Karma“ und „Regenbogenleicht“ ist dann Schluss, so dass die Fans glücklich und selig nach Hause gehen können. Selig haben an diesem Abend in Kaiserslautern gezeigt, dass sie es immer noch drauf haben, vielleicht sogar mit mehr Leidenschaft als je zuvor.

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