Emil Bulls auf „Kill your Demons“-Tour Part II in Saarbrücken

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Vorhang auf für die zweite Runde der “Kill Your Demons”-Tour. Auch 2018 geht es den eigenen kleinen Dämonen an den Kragen. Am 12.04.2018 haben Emil Bulls mit fesselnden Songs zwischen aggressivem Wahnsinn und sanfter Melancholie wieder ihren Ruf als eine der hervorragende Live-Bands untermauern können – diesmal in der Garage Saarbrücken.

Die erste der drei Bands heute Abend ist Lonely Spring. Die Post-Hardcore-Band aus Passau stimmt die schon anwesende Menge mit ihrem harten, abwechslungsreichen Sound ordentlich auf die nachfolgenden Bands ein. Und so gelingt es den Jungs mit einem kraftvollen Gig schon Stimmung in die Garage zu bringen. Weiter geht es mit den fünf Schweden von Imminence, die sich von Anfang in guter Spiellaune zeigen, was natürlich schnell den viel besagten Funken überspringen lässt. Obwohl die Band noch relativ unbekannt hier zu Lande ist, zeigt sich das saarbrückener Publikum begeistert und lässt sich auf die ansprechenden Songs ein. Diese sind hart aber dennoch melodiös sowie abwechslungsreich. Der deutsch sprechende Sänger kündigt ein paar alte Lieder vor allem aber die Songs von ihrem neuen Album an, ebenso wie die im Dezember startende Europa-Tour. Imminence heizen gekonnt in Stil des Headliners ein – an gutes WarmUp, das Lust auf mehr macht.

Dann wird der große schwarze Vorhang mit dem Bandlogo hochgezogen, um nach wenigen Minuten Umbauphase unter mächtig Lärm der Fanschar wieder zu Boden zu sausen. Emil Bulls beginnen wie bei Part I mit dem Tourtitel “Kill Your Demons”. Dass die Band heult überhaupt auftreten kann, war im Vorfeld unsicher. Denn nach dem vierten Titel offenbart der Sänger Christoph von Freydorf, dass die Band fast nicht nach Saarbrücken hätte kommen können, da sich erstens der Bassist seinen Fuß verletzt hat, so dass er mit Schiene auftreten muss, und zweitens hat der Gitarrist wieder dermaßen Meniskus-Probleme, dass er demnächst operiert werden muss. Aber zum Glück sind die vier Männer hier, um die Fans sich auf ihrer “Spielwiese” in Saarbrücken austoben zu lassen. Damit es so manchem nicht zu heiß wird, kühlt der Frontmann zwischendurch mit einer Wasserflasche die Fans in den ersten Reihen ab. Dahinter tobt unermüdlich ein großer Circlepit, der kaum zum Stillstand kommt. Meist nur zwischen den Songs, wenn „Emil Bulls“-Sprechchöre erklingen. Band und Publikum sind sichtbar in Feierlaune. Natürlich steht die aktuelle Scheibe im Fokus der Tour, aber Emil Bulls bringen in ihren fest zwei Stunden auch genug alte Kracher, die lautstark mitgesungen werden. So headbangen, hüpfen und grölen die Anhänger der melodischen Härte unentwegt in der Garage zu Songs wie “Here Comes The Fire”, “Age Of Revolution” oder “Winterblood”. Die sympathischen Männer verstehen es einfach, mit ihren Fans live zu interagieren und sie mit facettenreicher Musik zu unterhalten. Zu Recht wird das Quintett als eine der besten deutschen Live-Bands tituliert, was sie heute wieder eindrucksvoll beweisen konnten.

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